Am historischen Schiffshebewerk Niederfinow wurde am Mittwoch, 25. Februar 2026, eine neue Gedenktafel enthüllt, die an den Besuch des siamesischen Königspaares im Jahr 1934 erinnert. Seine Majestät Prajadhipok (Rama VII.) und Ihre Majestät Rambai Barni besichtigten am 7. Juli 1934 das damals noch neue technische Meisterwerk und ließen sich mit dem Schiff „Kurmark“ emporschleusen. Sehr wahrscheinlich waren sie die ersten internationalen Gäste nach der Inbetriebnahme.
Initiiert wurde das Projekt von Martin Hoeck, FDP-Kommunalpolitiker und Vorsitzender der Hoeck-Stiftung. Die Stiftung übernahm die Finanzierung und setzte das Vorhaben gemeinsam mit Ralf Dimmek, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Oder-Havel um. Anlass der Enthüllung war der 100. Jahrestag der Krönung König Prajadhipoks am 25. Februar 1926.
„Diese Gedenktafel holt ein fast vergessenes Kapitel unserer regionalen Geschichte zurück ins öffentliche Bewusstsein“, sagte Hoeck bei der Zeremonie. Der königliche Reisebericht dokumentiere mit großem technischen Interesse Details wie den 36 Meter hohen Niveauunterschied, das 4.000 Tonnen schwere Gegengewichtssystem und die nur etwa 15 Minuten dauernde Hebung. Darin heißt es anerkennend: „Es ist erstaunlich, mit welchem Fachwissen der Bau dieses Werkes umgesetzt wurde.“
Der Besuch sei nicht nur ein technisches, sondern auch ein kulturelles Ereignis gewesen. Zahlreiche Menschen aus der Region hätten sich 1934 versammelt, um das Königspaar zu begrüßen, für viele vermutlich die erste persönliche Begegnung mit Gästen aus Siam, dem heutigen Thailand, ist Hoeck überzeugt.
In seiner Ansprache betonte der Botschafter des Königreichs Thailand in Deutschland, S.E. Chittipat Tongprasroeth, die besondere Symbolkraft des Ortes. Bereits vor fast einem Jahrhundert habe das Schiffshebewerk als herausragendes Beispiel deutscher Ingenieurskunst gegolten. König Prajadhipok habe sich zeitlebens für Innovation, Fortschritt und gute Regierungsführung eingesetzt. “Die Gedenktafel stehe daher für gemeinsame Werte, gegenseitigen Respekt und die fortdauernde Freundschaft zwischen Thailand und Deutschland.”, so der Botschafter, der mit einer Delegation aus Berlin angereist war.
Die zweisprachige Gedenktafel (Deutsch/Thai) auf der Besucherplattform des Schiffshebewerks zeigt ein historisches Foto aus dem Bundesarchiv und erinnert an ein Kapitel regionaler Geschichte mit internationaler Dimension. Sie soll zur weiteren Vertiefung der deutsch-thailändischen Beziehungen beitragen und zugleich die historische Bedeutung Niederfinows unterstreichen. „Das Schiffshebewerk steht nicht nur für bedeutende Ingenieurskunst, sondern auch für Austausch und Verständigung zwischen Nationen“, so Hoeck abschließend.
Anschließend nutzte die thailändische Delegation die Gelegenheit für einen Rundgang mit ausführlicher Führung durch das neue Schiffshebewerk.

Bildunterschrift: Ralf Dimmek, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Oder-Havel, S.E. Chittipat Tongprasroeth, Botschafter des Königreichs Thailand und Martin Hoeck, Vorsitzender der Hoeck-Stiftung vor der Gedenktafel.

Bildunterschrift: Martin Hoeck, Vorsitzender der Hoeck-Stiftung (Mitte) und S.E. Chittipat Tongprasroeth, Botschafter des Königreichs Thailand im Gespräch während des Rundgangs zum neuen Schiffshebewerk.

Bildunterschrift: Gruppenfoto mit der Delegation der Königlich Thailändischen Botschaft aus Berlin zwischen den beiden Schiffshebewerken.

Bildunterschrift: Martin Hoeck, FDP-Kreistagsabgeordneter und Vorsitzender der Hoeck-Stiftung bei seiner Ansprache. Neben ihm v.l. S.E. Chittipat Tongprasroeth, Botschafter des Königreichs Thailand und Ralf Dimmek, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Oder-Havel.
Fotos: Thomas Matena